Greenfee Guide

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Wie teuer ist Golf – zu Hause und international? Wer als Greenfee-Spieler auf Reisen geht, hat die Qual der Wahl. Von superteuer in Las Vegas bis zum schottischen Schnäppchen ist alles geboten. In Deutschland muss man lange nach Preisbrechern suchen. Hier bestimmt die breite Mitte der Clubs die Preisgestaltung.

Von Sebastian Burow

Ein Karibik-Strand neben dem ersten Abschlag oder der Blick Richtung Matterhorn? Beim Golf ist alles möglich: Golfplätze gibt es weltweit an besonders schönen oder aufregenden Orten. Und selbst zu Hause vor der eigenen Haustür gilt: Wer will schon tagein, tagaus nur auf dem Heimatplatz spielen – Golf macht besonders viel Spaß, wenn man neue Anlagen kennenlernt. Das Auswärtsspiel allerdings hat einen Haken: das Greenfee, das man als Spielgebühr für Gäste verständlicherweise zahlen muss. Dabei gilt: Von superpreiswert bis extrem teuer gibt es die komplette Bandbreite an Greenfees.

Greenfeeguide-021Der für eine Runde Golf oder als Tagesspielgebühr zu entrichtende Betrag auf „fremden“ Plätzen bewegt sich in der Gesamtbreite von 15 bis 500 Euro. Auf den preiswerten Anlagen zum Beispiel in Schottland reicht es oft, die 15 Euro als Runden-Obolus in ein Kuvert zu packen, in einen Briefschlitz an einem Clubhaus im Stil eines Schrebergartenhüttchens zu stecken und dann völlig unprätentiösmit dem Spiel loszulegen.

Anlagen mit extrem teuren Greenfees dagegen verlangen meist eine Voranmeldung. Kurz getaktete Startzeiten und straffe Rahmenbedingungen zeugen auf der einen Seite von hohem Betrieb – andererseits punkten gerade viele der teuren Anlagen aber auch mit legendärer Golfgeschichte, besonderer Exklusivität sowie unvergesslichem Ambiente. Ein paar Beispiele internationaler Höchstklasse sind der Wynn GC und der Shadow Creek GC in Las Vegas, Nevada, oder Pebble Beach in Monterey, Kalifornien, mit jeweils um die 500 US-Dollar pro Runde. In Europa stechen der West Course im Wentworth Club in Surrey, England, (ca. 360 Pfund) oder Real Club Valderrama in Sotogrande, Spanien, mit ca. 350 Euro für 18 Löcher Golf hervor. Letzterer lockt als Ryder-Cup-Platz von 1997 mit vielen Korkeichen und heftig ondulierten Grüns. Die Startgebühr für eine Runde mag hier zwar üppig sein – aber immerhin sind Gäste willkommen, was man von einigen der besten Plätze der Welt, wie Cypress Point in Monterey, Kalifornien, oder dem Augusta National GC in Georgia, nicht sagen kann.

In Deutschland ist die PGreenfeeguide-022reisspanne bei Greenfees längst nicht so groß wie etwa in Großbritannien oder den USA. Ausreißer in den extrem billigen oder teuren Sektor gibt es kaum – aber genau das gilt oft auch als Problem: Möchte man den Golfsport für die breite Masse bewerben und viele Neumitglieder gewinnen, sind vor allem sehr günstige Angebote gefragt. Freies Spiel ohne Konventionen sollte vermehrt mit Preisen im Bereich von 15 bis 40 Euro locken. Das schließt die Existenz sehr teurer Anlagen, für die es ebenfalls eine Zielgruppe gibt, keineswegs aus. In Deutschland sind 18-Löcher-Runden jedoch fast durchwegs verhältnismäßig teuer. In Ballungszentren und besonders im süddeutschen Raum liegen die Preise meist im Bereich von 70 bis 100 Euro.

Spitzenreiter wie der GC Gut Lärchenhof mit 150 Euro für ein Wochenend-Greenfee oder Berlin-Wannsee (135 Euro), St. Leon-Rot (130 Euro) und Winston Golf (128 Euro) als Deutschlands teuerste Plätze sind dagegen im internationalen Vergleich noch immer relativ erschwinglich. Wobei sich eine Spitzenanlage in Deutschland in Sachen Platzniveau und Serviceangebot eben auch nicht mit einer der Topanlagen in den USA vergleichen lässt.

Greenfee-Championsleague

Unterrepräsentiert sind hierzulande nach wie vor einfache, für jedermann zugängliche Spielflächen, wie man sie auf den britischen Inseln teilweise auf Gemeindegrund und in tollem Zustand nebenan von Open-Championship-Plätzen findet. Hierbei handelt es sich um vollwertige, wenn auch meist einfachere Plätze.

Für klassische Clubs sind Greenfees dabei meist ein wesentlicher Posten im Budget. Ein „normaler“ Golfclub vergibt etwa 20 bis 30 Prozent aller Golfrunden an Gastspieler. Rund 60 Prozent der Einnahmen generiert er über Mitgliedschaften, 20 Prozent über Greenfee und 20 Prozent über sonstige Quellen. In deutschen Tourismusregionen – vor allem in der Nähe zur Schweiz, denn dort ist Golfen um einiges teurer – gewinnen die Einnahmen über das Greenfee an Bedeutung.

Ein Trend hat das Greenfee-Geschäft in den letzten Jahren besonders verändert: Sonderangebote für Run- den am frühen Morgen oder späten Nachmittag sind ebenso wie 9-Löcher-Greenfees immer stärker gefragt. Manche Clubs locken sogar kurzfristig mit Tiefpreisen, um Tea-Time-Lücken zu schließen und so die Auslastung des Platzes zu optimieren. Besonders punkten können auch die begehrten Offerten unter dem Stichwort „2For1“ des Köllen Golfführers sowie Rabattkarten von Club-Verbünden, Tourismusämtern oder Partnerabkommen von Hotellerie und Clubs in der Region. Damit werden die beliebten golferischen Erkundungstouren auch für den sparsamen Geldbeutel erschwinglich.

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