Heiße Ware

schmiede-eisen-16×9

Edles Material und Spitzen-Verarbeitung: Im Luxus-Segment der Golfschläger sind vor allem japanische Hersteller zuhause.

Von Adrian Kramer

Krasser könnte der Gegensatz kaum sein: Auf der einen Seite findet der Golfer im Internet günstige Komplettsets für unter 300 Euro – auf der anderen Seiten bieten Edelhersteller Einzelschläger sind, die um ein Vielfaches teurer sind als ein ganzer Satz. Honma, Miura oder PXG sind dabei die Marken, die den Luxusmarkt beherrschen. Während die beiden japanischen Edelschmieden dieses Segment schon lange dominieren, hat der US-Hersteller PZG, der allerdings zum Teil Entwickler bei den Japanern abwarb, nun ebenfalls das High-End Segment im Golfausrüstungsbereich im Blick.

Bevor Sie sich von dem hohen Preis abschrecken lassen, sollten Sie wissen, warum diese Hersteller solch hohe Preise für ihre Produkte aufrufen. Es verhält sich dabei ähnlich, wie mit dem liebsten Hobby der Deutschen: dem Auto. Viele Fahrzeuge fahren, aber die Fahrt ist nicht in allen ein Genuss. Golf spielen können Sie auch mit einem preisgünstigen Komplettset. Mehr Spielspaß – und das über einen deutlich längeren Zeitraum – haben Sie aber mit Schlägern erstklassiger Qualität.”

Günstige Komplettsets werden in großer Stückzahl produziert. Dabei kommt das Prinzip ‘One Sitze Fits All’ zum Einsatz, damit der Preis extrem günstig wird”, erklärt Benny Pfister von HoleInOne Fitting bei München. “Der Hauptvorteil von teuren Schlägern ist, dass diese in besserer Qualität hergestellt werden. Also mit besseren Materialien, geringeren Fehlertoleranzen und ausgereiften Fertigungsprozessen.”

Mit dem höheren Preis kaufen Sie nicht nur bessere Qualität, sondern auch einen besseren Service bei der Beratung und Anpassung der Schläger. „Bei den hochwertigen Herstellern stimmen die Gewichte der Schlägerköpfe sowie die Lofts und Lies”, bestätigt Andreas Nottebaum von clubfixx in Neuss. “Die passenden Komponenten ermöglichen es uns Fittern, dem Golfer die perfekte Schlägerkonfiguration an die Hand zu geben.”

Der Tipp dieser Experten: Nachdem es auf dem Golfplatz bei jedem Schlag um höchste Präzision geht , sollte es beim Golfschlägerkauf vorrangig nicht darum gehen, das günstigste Angebot zu finden und zuzuschlagen.

Oder würden Sie sich für den günstigen Kleinwagen entscheiden, wenn Sie ein Auto für Ihre vierköpfige Familie suchen? Mit anderen Worten: Auch bei Golfschlägern geht es vor allem um die individuellen Bedürfnisse und Voraussetzungen. Diese kann ein Massenprodukt nicht bedienen.

“Wenn man bedenkt, wie viel Geld man sonst beim Golf ausgibt, lohnt sich die Investition in ein High-End-Set auf jeden Fall”, erklärt Pfister. „Zumal man ein solches Set locker fünf bis zehn Jahre spielen kann.”

Auf die Spitze hat es Milliardär Bob Parsons mit seiner vor wenigen Jahren gegründeten Marke PXG (Parsons Xtreme Golf) getrieben. Sein Credo, „Wer bei meinen Schlägern auf den Preis schaut, kann sie sich nicht leisten”, ist an jenes der Luxusmarken Rolex, Rolls Royce und Co. angelehnt. Er wollte die besten Schläger entwickeln lassen, die gleichzeitig sexy sein sollten. Über Geld wird dabei nicht gesprochen.

Wer also kein begrenztes finanzielles Budget zur Verfügung jat, kann sich bei der Ultimate PXG Xperience einen gefitteten Schlägersatz für 100.000 US-Dollar anfertigen lassen; inklusive zwei Nächte im Four Seasons Scottsdale sowie drei Runden Golf, einer davon in Begleitung eines Prof-Spielers, der von PZG gesponsert wird.

Wer glaubt teuer seien dabei nur Driver oder Eisen, täuscht übrigens gewaltig: Auch für einen edlen Scotty Cameron kann man problemlos ein paar tausend Dollar ausgeben. Zu Beginn seiner Karriere als Putter- Ingenieur arbeitete Scotty Cameron nur mit den besten Spielern der Welt. Die steigende Nachfrage ließ Titleist aber kein Wahl, als die beliebten Modelle der Tour-Spieler in begrenzter Stückzahl auch dem Otto-Normal-Golfer zur Verfügung zu stellen. Das Top-Modell heißt „Titleist Scotty Cameron Tiger Woods Stainless Masters Winner Limited Edition“. Bei der Länge des Names ist es kein Wunder, dass der Preis bemerkenswert ist. Er liegt bei 20.000 Dollar.

Edel-Shopping

  • Maruman Majesty Prestigio 9 Driver (2.300 US-Dollar)
  • DAIWA GIII Signature Fairwayholz (1.600 US-Dollar)
  • Modart A60-G CNC Milled Eisen (750 US-Dollar pro Schläger)
  • Itobori Art Welding Wedge (390 US-Dollar)
  • Barth & Sons Golden Putter (ab 2.500 US-Dollar)

 Honma Beres Five Star (5.400 US-Dollar pro Schläger)

Nur die edelsten Materialien werden verwendet. Jeder Schläger wird in einem acht Wochen andauernden Prozess gefertigt und geht durch mehr als 100 penible Hände. Zu den bekanntesten Besitzern dieser exklusiven Schläger gehören US-Präsident Donald Trump sowie die Schauspieler Danny DeVito und Jack Nicholson.

Teilen:Email this to someoneShare on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Print this page