Schnellstart

Platzreife

Sie haben Golf bislang nur auf der Playstation gespielt, Rory McIlroy im Pay-TV gesehen oder von den Eskapaden eines Tiger Woods in der Klatschpresse gelesen? Dann wird es Zeit, selber einmal den Schläger zu schwingen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie anfangen. 

Golf gilt als eine der schwierigsten Sportarten der Welt – auch wenn das Spiel bei den Profis so leicht aussieht. Biathlon-Olympiasieger Fritz Fischer meint sogar: “Golf ist die schwerste Sportart überhaupt”. Für Profis gilt die Faustregel: Man muss mindestens 100.000 Bälle schlagen, um theoretisch Profi-Niveau zu erreichen. Theoretisch deshalb, da das nötige Talent auch noch vorhanden sein sollte. Wie auch immer: Golf ist technisch sehr anspruchsvoll. Benötigt werden eine gute Hand-Augen-Koordination, eine gewisse Ausdauer (eine reguläre Runde über 18 Löcher dauert etwa viereinhalb Stunden und geht über etwa zehn Kilometer), ausreichend Kraft und etwas Bewegungstalent. Die Erfahrung kommt über die Jahre hinzu: Ein guter Golfer kann einschätzen, welcher Schlag in welcher Situation der beste ist. Auch bei Wind, Regen oder in besonderen Drucksituationen.

Daher ist es sinnvoll, das Spiel mit einem erfahrenen Golflehrer – der im Golfclub meist Teaching-Pro genannt wird –, zu lernen. Alternativ kann man es auch zum Ausprobieren mit einem befreundeten Golfspieler versuchen. Allerdings sollte die Person sich dann schon relativ gut auskennen (empfehlenswert ab einem einstelligen Handicap). Und an einem echten Golflehrer kommen Sie letztlich kaum vorbei. Selbst die besten Spieler der Welt haben fast ausnahmslos einen Trainer, auch wenn sie Tiger Woods oder Jordan Spieth heißen!

Egal, ob in einem Kurs oder bei einem Privatlehrer: Golf lernen beginnt meist mit den kürzeren Schlägen. Es ist also ganz normal, wenn Sie zu Beginn mit Annäherungen und Putts starten. Wenn die ersten motorischen Bewegungen passen, der Griff sitzt und Sie die Logik der Schläger (unterschiedliche Schaftlängen und verschiedene Neigungen der Schlagflächen für verschiedene Schlaglängen und -varianten) verstanden haben, geht es zu den längeren Schlägen. Der Schlag mit dem Driver, dem längsten Schläger, steht erst dann auf dem Programm. Jetzt aber viel Spaß beim Einstieg in den Golfsport!

1. Schnupperkurs

Suchen Sie sich einen Club in der Nähe mit Golflehrer. Noch besser: Auf die Empfehlung eines Bekannten mit Golf-Erfahrung hören. Der Pro sollte über eine abgeschlossene Ausbildung bei der PGA of Germany verfügen. Fragen Sie im Club frühzeitig nach Terminen für Schnupperkurse und melden sich per Telefon oder – wenn möglich – auch online an. Die Preise für ein paar Stunden Schnuppern unter professioneller Anleitung halten sich im Rahmen (zum Beispiel 19 Euro pro Person bei Golf Range mit zehn Anlagen in Deutschland). Eventuell kommen Sie sogar an ein paar kostenlose Gutscheine.

Der Vorteil eines Schnupperkurses: Mit einem Lehrer an der Seite kommt der Erfolg in vielen Fällen schneller. Er erklärt die Grundlagen und geht, wenn es die Teilnehmerzahl zulässt, individuell auf Ihren Schwung ein. So steigt die Chance, den Ball schnell einmal im Sweetspot (Mitte des Schlägerblatts) zu treffen. Ein Gefühl, das einen gewissen Suchtfaktor in sich trägt.

Um Schläger und sonstiges Material kümmern sich bei Schnupperkursen zumeist die Clubs selbst. Anbieter wie Golf Range oder redgolf bieten Golfeinsteigern bestens organisierte Schnupperkurse in hoher Frequenz an. Die Anmeldung kann auch bequem online erfolgen. Selbstverständlich können Sie auch für sich alleine oder mit ein paar Freunden eine Trainerstunde buchen. Dann wird es allerdings teurer. Informationen hat das Sekretariat des Clubs.

2. Selbstversuch auf der Driving Range

Lieber erst mal alleine oder mit den Freunden auf die Driving Range? Geht natürlich auch. Eine Anmeldung für den Besuch auf der Driving Range ist nicht erforderlich. Dort können Sie sich in den meisten Fällen auch gegen Gebühr Equipment leihen. Zum ersten Reinschnuppern tut es aber auch der Schläger des Bekannten. Empfehlung: Nehmen Sie sich ein Eisen 7, 8 oder 9 sowie ein Wedge und einen Putter.

Vor Ort einfach im Sekretariat die Gebühr für die Range, genannt Range Fee (zumeist um die 10 Euro) bezahlen und erfragen, was nötig ist, um die Bälle aus dem Automaten zu ziehen. Auf dem Übungsgelände sollten Sie sich einigermaßen leise verhalten und keine anderen Golfer stören, die gerade konzentriert üben wollen. Zumeist ist ein Übungsareal in mehrere Bereiche unterteilt. Auf dem Putting Grün sind zahlreiche Löcher auf dem Grün. Hier übt man das Putten, das Rollen des Balls auf dem Grün zum Loch (Schläger: Putter). Um das Chipping- oder Pitching-Grün können kurze Schläge von außerhalb des Grüns (je nach Größe bis etwa 50 Meter) geübt werden. Zumeist sind dort auch Übungsbunker. Für kurze Schläge empfiehlt sich ein Wedge (Sand oder Pitching Wedge). Wichtig: Nehmen Sie Rücksicht auf andere Besucher und positionieren Sie sich so, dass Ihre Bälle niemanden gefährden. Auf der Driving Range des Geländes können Sie aus einem markierten Bereich oder von Abschlagmatten volle Schwünge üben. Wichtig: Die Bälle, die auf die Wiese geschlagen wurden, dürfen nicht mehr eingesammelt werden.

3. Kaltstart auf dem Kurzplatz

Gleich auf den Platz? Auch das ist möglich. Auf Pay&Play-Plätzen kann ohne Vorwissen und Platzreife abgeschlagen werden. Besorgen Sie sich im Club (kostenpflichtig) oder von Bekannten ein Bag mit ein paar Schlägern und schon kann es losgehen. Auf www.vcg.de gibt es eine Übersicht, welche Anlagen in der Nähe diesen Service anbieten. In Deutschland existieren etwa 100 Plätze dieser Art.

Safety first beim Kaltstart:

  1. Stellen Sie zu jeder Zeit sicher, dass keine anderen Personen durch Ihren Schläger oder Ball gefährdet werden.
  2. Gefährdet Ihr Ball trotz der Vorsichtsmaßnahmen andere Spieler, rufen Sie so laut wie möglich Fore (“Foor”)
  3. Wenn Sie selbst hören, dass jemand Fore ruft, machen Sie sich so klein wie möglich und schützen Sie mit den Händen den Kopf.

4. Anfängerkurs im Urlaub

Urlaub und Golfen zugleich. Sie lernen das Spiel in der Gruppe mit einem Teaching-Pro. Meist stehen 20 bis 30 Übungsstunden über mehrere Tage auf dem Programm. Eine Platzreife wird ab und an auch angeboten – allerdings sollten Sie dann darauf achten, dass diese in Deutschland später auch anerkannt wird. Leihschläger sind bei Kursen im Ausland meist inklusive. Kosten? Erschwinglich. Ein fünftägiger Einsteigerkurs mit 7Ü in der Türkei ohne Flug kostet ab 499 Euro p.P. (über vcg.de/reisen).

5. Pro im Club buchen

Deutlich teurer als ein Einsteigerkurs, dafür aber individualisiert. Sie suchen sich Ihren Teaching-Pro und den Zeitplan selber aus. Bezahlt wird nach Stunden (aufgepasst: die meisten rechnen 45 Minuten als Stunde ab). Kosten: 50 bis 100 Euro pro Einheit. Kann nach Absprache auch in einer kleinen Gruppe gebucht werden. Über einen Rabatt bei mehreren Stunden lässt sich sicherlich auch sprechen.

6. Golf-Erlebnistag

Jedes Jahr, meist im Mai, bieten mehr als 400 Golfplätze einen Erlebnistag an (golfglueck.de). Dabei wird meist ein zweistündiges Probetraining in einer kleinen Gruppe angeboten. Probieren Sie einfach aus, ob Ihnen Golf Spaß macht. Wenn ja – lassen Sie sich gleich im Anschluss an Ihren Trainingstag im Club beraten. Kosten: 19 Euro.

 

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