Top 7 Tipps

Golf_drive_bohbeh_shutterstock_300867482_16x9

Die Saison ist im Gange, aber Ihre Scores entwickeln sich nicht ganz so weit nach unten, wie Sie es wollen. Vielleicht haben Sie beim Training die Schwerpunkte noch nicht richtig gesetzt. Um beim Üben effizienter zu agieren und um nachhaltiger zu Erfolgen beim Spielen kommen zu können, habe ich sieben Tipps für verschiedene Schläge und Spielsituationen zusammengestellt. Sie bringen – vorausgesetzt Sie nehmen sich die Situationen regelmäßig vor – garantiert mehr Spaß und Erfolg auf der Runde.

Von Stefan Quirmbach

1. G.A.S.P.

G.A.S.P. Wer Profis bei einem Turnier beobachtet, stellt eines fest: Auf ihre Routine vor einem Schlag legen sie besonders viel Wert. G.A.S.P. ist das Maß aller Dinge. Das Akronym G.A.S.P. steht für Grip, Aim, Stance, Posture. Zuerst wird der Schläger gefasst (Grip). Dabei achten die Pros akribisch auf die korrekte Haltung der Hände und den richtigen Griffdruck. Aim bedeutet, dass dann der Schlägerkopf hinter den Ball gestellt und dabei exakt auf das Zwischenziel ausgerichtet wird. Danach werden die Füße parallel dazu gestellt (Stance) und der Körper in eine dynamische Körperhaltung (Posture) gebracht. Leider beobachte ich bei vielen Amateuren eine
andere Herangehensweise. Ändern Sie Ihre Routine auf G.A.S.P. – auch beim Training auf der Range – und Sie werden den Ball besser treffen.

2. Die Formel für den langen Drive!

Mithilfe moderner Radarmessgeräte wie FlightScope oder Trackman konnte eine „Formel“ für weite Drives ermittelt werden. Sie lautet: Der Ball soll mit wenig Rückwärtsdrall hoch abfliegen. Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass man so (gut) greift, dass die Schlagfläche im Treffmoment gerade ist. Das Geheimnis liegt darin, dass der Ball in einer leichten Aufwärtsbewegung getroffen wird und der Schlägerkopf dabei etwas von innen nach außen schwingen muss. Dazu muss der Ball mindestens so hoch aufgeteet werden, dass die Hälfte, besser zwei Drittel des Balls über die Driverkrone ragt. Mit Probeschwüngen über ein Tee können Sie das Gefühl für diese Bewegung am besten nachvollziehen. Kleben Sie den Driverkopf bei den ersten Versuchen mit etwas Tesafilm ab, damit Sie bei unterschlagenen Bällen die Krone nicht verkratzen.

3. Das Fairway-Holz ist King

Um beim Transportschlag wirklich Länge zu machen, sollten Sie zum Fairway­Holz und nicht zum Hybrid greifen. Der Schaft ist länger und der größere, flachere Kopf bringt den Ball leichter in die Luft. Allerdings verträgt ein FW­Holz keinen zu steilen Schwung. Daher müssen Sie versuchen, einen flacheren Eintreffwinkel zu erzielen,  damit der Schlägerkopf auf Ballhöhe mit der Sohle etwa so lang wie die Länge eines 10­Euro­Scheins über den Boden streift. Üben Sie es zuerst von einem sehr kurzen Tee oder aus einer etwas höheren Semirough-­Lage.

4. Die Bank: der 80-bis-100-Meter-Schlag

Schenken Sie dieser Distanz beim Training der Eisen die höchste Aufmerksamkeit und Zeit. Wenn Sie aus 80 bis 100 Metern von zehn Schlägen sechs­ bis achtmal das Grün treffen, dann purzelt der Score. Bei der Schlagtechnik kommt es darauf an, dass der Körper aktiv und die Hände passiv sind. Vom Empfinden her ist es eher ein Dreiviertelarmschwung mit viel Beinarbeit und Hüftdrehung. Daher sollten Sie vor allem etwas
schmaler und aufrechter stehen. Üben Sie diese Distanz mit verschiedenen Schlägern vom PW bis Eisen 7 und finden Sie dabei heraus, welcher der „Verlässlichste“ ist. Und bei Proberunden sollten Sie immer wieder mal
einen zusätzlichen Schlag aus dieser Distanz ausführen. Legen Sie auch mal eine Übungsrunde allein ein, wenn der Platz leer ist – schlagen Sie zwei oder drei Annäherungen aus dieser kritischen Distanz in Richtung Loch.

5. Chip x 2

Bei sehr vielen Amateuren vermisse ich Fantasie beim kurzen Spiel. Da aber fast an jedem Loch ein „Chip“ aus 30 Metern und kürzer vorkommt, haben diese Schläge eine hohe Bedeutung für das Ergebnis. Statt den Schlag immer mit nur dem „Lieblingsschläger“ auszuführen, sollten Sie im Training und beim Spielen auf dem Platz den Schlag zweimal mit zwei verschiedenen Schlägern – zum Beispiel einem Eisen 8 und
dem Sand Wedge – spielen. Um jeden der Bälle nahe an die Fahne
zu bekommen, müssen Sie ganz unterschiedliche Landepunkte anvisieren und den Ball in Gedanken zum Loch hinlaufen lassen. Vergleichen Sie dann die echten Schläge mit den Bildern in Ihrem Kopf. Dadurch lernen Sie Alternativen kennen und geraten im Turnier nicht in Panik, wenn der Ball mal nicht so gut liegt oder die Situation schwierig  erscheint.

6. Distanzgefühl aufbauen

Drei Putts sind vermeidbar, wenn der Ball mit dem ersten – meist langen – Putt näher ans Loch rollt. Sie sollten beim Training zwei Drittel Ihrer Zeit auf die langen Putts verwenden. Bei Distanzputts gilt es, sehr weiche Hände zu haben und den Putterkopf etwas freizugeben, statt ihn verkrampft haltend auf einer geraden Linie führen zu wollen. Üben Sie die gleichen Distanzen immer bergauf und bergab, damit sich Ihr Gefühl schärft. Messen Sie nach, ob Sie es geschafft haben, dass der Ball innerhalb einer Putterlänge am Loch liegen bleibt. Ignorieren Sie den alten Spruch: Never up, never in! Der ist meiner Meinung nach schuld daran, dass der Ball so häufig aus drei bis sechs Metern deutlich zu aggressiv geputtet wird.

7. Regelmäßige Unterstützung

Die Besten leben es vor: Tourpros und die Spieler/ innen in den Mannschaften Ihres Golfclubs trainieren wöchentlich mit einem PGA­Pro. Dabei wird nicht der Schwung „umgestellt“, sondern permanent justiert. Zudem gibt es so viele Techniken, die man erst lernen und dann üben muss: Driven, FW­Holz und Eisenschläge, Roughlagen, Bunker, kurze Annäherungsschläge, Schräglagen, Putts auf schnellen Grüns mit viel Break und, und, und. Es ist ein Irrglaube anzunehmen, dass man Golf „kann“. Der Spruch „Ich kann Golf“ ist der kürzeste Golferwitz! Nicht nur verändern sich die Bedingungen des Platzes jedes Mal, auch wir verändern uns zwangsläufig durch das Älterwerden. Aber mit professioneller Hilfe gelingt es, die Spielstärke zu erhalten und vor allem auch die Freude beim Spielen zu steigern.

Teilen:Email this to someoneShare on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Print this page